1×1

Veröffentlicht am 27. Februar 2014
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Schwierigkeiten beim Automatisieren von Malaufgaben liegen am Fehlen oder noch nicht hinreichend abgesicherten mathematischen Voraussetzungen.

Grundvoraussetzungen
Eine ganz wesentliche Grundvoraussetzung für das Erlernen des Einmaleins stellt neben der sicheren Unterscheidung von Zehnern und Einern das sichere Beherrschen des Kopfrechnens im Zahlenraum 100 dar. Zehnerüber- und Zehnerunterschreitun-gen (z.B. 56+8; 35-7), das Abziehen einer einstelligen Zahl von einer reinen Zehnerzahl (90-9, 80-8, 70-7, …), das Doppelte von 2, 3, 4, … sowie die Hälfte von 20, 30, 40, 50, … müssen sicher beherrscht werden.
Operationsverständnis: Was bedeutet „4 ∙ 3“ überhaupt? Auf meine Aufforderung „4 ∙ 3“ Stifte auf den Tisch zu legen bietet sich mir oft folgendes Bild.

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Erst die Aufforderung „Geh bitte 4-mal zur Schachtel mit den Stiften und bring mir jedes Mal 3 Stifte mit“, führt zur richtigen Darstellung („3 + 3 + 3 + 3“).

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Auf Grundlage des sicheren Beherrschens des Kopfrechnens im Zahlenraum 100 (s. o.) und des Operationsverständnisses von „mal“ erfolgt der systematische Aufbau der Malreihen.
Ausgehend von drei „Grundaufgaben“ werden die übrigen Aufgaben abgeleitet. Weiterlesen

Erfahrung teilen!

Veröffentlicht am 16. Dezember 2013
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„Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt“

xmas13Es gibt gute Beispiele, dass Teilen effizienter ist als Besitzen.  Oder macht es etwa Sinn, dass in einer Wohnanlage mit Kleingärten jede/r einen eigenen Rasenmäher kauft? Im Bereich des Erwerbs von Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen und in Entsprechung dazu bietet etwa Peer to Peer Lernen enorme Vorteile hinsichtlich aufzuwendender Ressourcen, unabhängig davon, dass durch kooperative Lernmethoden hegemoniale Strukturen und Inhalte in Frage gestellt und korrigiert werden können. Nicht jede/r muss notwendigerweise den gleichen Workshop besuchen, den gleichen Expert/innen Gehör schenken, das Gleiche lernen und dabei möglicherweise auch noch viel Geld ausgeben. So gesehen irrte Albert Schweitzer: Glück ist nicht das Einzige, das wächst, wenn man es teilt. Weiterlesen

Lesen lernen

Veröffentlicht am 3. September 2013
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Eine feste Verbindung zwischen Buchstabe und Laut ist eine Grundvoraussetzung für das Lesen lernen. Eine Möglichkeit diese herzustellen besteht in der Verwendung von individuellen Anlauttabellen. Hierfür wird jeder Buchstabe mit dem Bild eines „Lieblingswortes“ das mit dem entsprechenden Laut beginnt verbunden. Sollte das gleichzeitige Merken von Groß- und Kleinbuchstaben eine Überforderung darstellen, ist es sinnvoll sich zunächst nur auf die Kleinbuchstaben zu beschränken, da diese häufiger vorkommen. Für besonders schwer zu merkende Buchstabe-Laut-Verbindungen hat sich der Einsatz von „Assoziationshilfen“ bewährt:

e lefant

e lefant

  • Erleben des Sprechbewegungsablaufes beim Aussprechen des Lautes (beim „e“ etwa, werden die Mundwinkel weit auseinandergezogen)
  • Herstellung einer optischen Verbindung zur Form des Buchstabens (das „e“ passt in Kopf und Rüssel eines Elefanten der nach links sieht)
  • Einsatz von Lautgebärden (Daumen und Zeigefinger werden gespreizt und vor die auseinandergezogenen Mundwinkel gehalten, sie symbolisieren gleichzeitig die Stoßzähne des Elefanten), … Weiterlesen

Workshops Workshops Workshops

Veröffentlicht am 29. August 2013
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HintergrundWie bereits an anderer Stelle hingewiesen fördern die Nationalagenturen für Lebenslanges Lernen  2013/14 schwerpunktmäßig Workshops zum Thema Literacy. Grundtvig Workshops bringen Fachkräfte aus dem Bereich “Alphabetisierung für Erwachsene” aus mehreren Ländern zusammen und helfen ihnen dabei, ihre praktische Lehre, Coaching, Beratung, Management-Fähigkeiten etc. zu verbessern.“

Der Workshopkatalog liegt nun vor.

Lässt man die sieben von österreichischen Einrichtungen angebotenen Workshops außer acht, so kann man aus mehr als 200 Angeboten wählen. Keine leichte Aufgabe, hier etwas Passendes zu finden. Über die Qualität der Angebote lässt sich nur mutmaßen. Naheliegend und möglicherweise aufgrund fehlender sprachlicher Barrieren empfehlenswert sind die deutschen Angebote. Weiterlesen

Ziele in der Basisbildung

Veröffentlicht am 26. August 2013
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„Cheshire-Puss, […] [w]ould you tell me, please, which way I ought to go from here?“ “That depends a good deal on where you want to get to,” said the Cat. “I don’t much care where -“ said Alice. “Then it doesn’t matter which way you go,” said the Cat.
“- so long as I get somewhere,” Alice added an explanation. “Oh, you’re sure to do that,” said the Cat, “if only you walk long enough.” (Carroll 1865/1998: 56)
ZielscheibeManchmal geht es Lehrenden so, wie die Grinsekatze der sich im Wunderland umherirrenden Alice in ihrem Dialog vorschlägt: Man geht einfach mal irgendwohin los, dann wird man schon auch irgendwo ankommen. Um diese Orientierungslosigkeit zu vermeiden und auch den Lernenden nicht zuzumuten, ist das Konzept der Zielorientierung sinnvoll: Wenn wir alle klare Ziele vor Augen haben, dann können wir uns an ihnen festhalten und werden nicht vom Weg abkommen.
Als Lehrende in Kursen sind wir jedoch nicht alleine unterwegs, sondern gemeinsam mit Lernenden; was also, wenn unsere und ihre Ziele sich nicht decken? Gehen wir dann erst recht verschiedene Wege? Weiterlesen

Liebe Grüße von der Kompetenzfee*

Veröffentlicht am 2. Juli 2013
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Workshop1Im Rahmen des Praxis Basisbildung Netzwerktreffens trafen sich letzte Woche PraktikerInnen aus unterschiedlichen Fachbereichen  im Basisbildungszentrum abc Salzburg, um im Workshop Widerstand als Motivation mit Paul Lahninger neue Impulse für die Arbeit zu gewinnen. Die TeilnehmerInnen aus den Einrichtungen Basisbildungszentrum abc Salzburg, BHW NÖ, Clearing-house Salzburg, inspire thinking und ISOP waren ohne Übertreibung restlos begeistert. Nicht Fachdidaktik sondern die Stärkung personaler Kompetenzen stand im Mittelpunkt des Workshops. Unabhängig vom jeweiligen beruflichen Kontext boten sich wertvolle Anhaltspunkte und Ideen für die eigene Praxis. Weiterlesen

Blogs Blogs Blogs

Veröffentlicht am 27. Juni 2013
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NotizWie jedes Jahr organisiert inspire thinking auch 2013 eine Tagung im Themenbereich Basisbildung und Alphabetisierung. Heuer nicht wie gewohnt im Frühjahr, sondern im September. Da der Weltalphabeti-sierungstag dieses Jahr auf einen Sonntag fällt und Tagungen an Sonntagen schwer zu füllen sind, hat man sich auf den 12. September 2013 geeinigt. Beworben werden muss die Veranstaltung natürlich schon jetzt. Vor kurzem wurde einfach:komplex – so der Titel der Tagung – über Facebook verbreitet.

 

Aus purer Neugier

Da man natürlich neugierig ist zu erfahren, wie das Ganze bei den Leuten ankommt, werden die Reaktionen auf die Ankündigung in den nächsten Tagen studiert. Einigen InteressentInnen wird aus purer Neugier nachgegangen. Weiterlesen

“Bewegt” Lernen

Veröffentlicht am 18. Mai 2013
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Inspiriert vom Workshop „Basic Numeracy“ habe ich in meine Kurse, in den seither vergangenen Wochen, mehr Bewegung hineingebracht. Und ich konnte schöne Erfolge beobachten, die ich nun sehr gerne mit Euch teilen möchte: Mehr Motivation, mehr Begeisterung, mehr Ehrgeiz und mehr Freude aber vor allem Spaß am Lernen und am Begreifen.
Es ist erstaunlich wie alleine schon ein Aufstehen und zwischen einer Landkarte hin- und herlaufen und eine gleichzeitige Textproduktion oder ein Mathematik-Brettspiel, bei dem man lediglich Spielfiguren oder einen Cursor bewegt neue Dynamik ins Lernen bringt. Durch spielerisches, bewegtes Lernen wird vieles leichter und es entfallen sogar Sprachbarrieren – wie ich vergangene Woche eindrucksvoll bei einer jungen Kursteilnehmerin mit rumänischer Muttersprache beobachten konnte. Allein die Tatsache, dass sie einfach die Spielfiguren auf die richtigen Ergebnisfelder des Matheomatik-Kreises positionieren musste, hat ein Lächeln auf das Gesicht des jungen Mädchens gezaubert. In der Schule kämpft sie mit Mathematik. Sie ist nervös und oft fallen ihr die richtigen Ergebnisse nur in rumänischer Sprache ein. Zögerliches Antworten wird im Unterricht, wo großer Leistungsdruck herrscht, schon oft als ein Nichtwissen gewertet. Das stresst ungemein. Im spielerischen Umfeld der Basisbildung hat sie Spaß am Rechnen. Die Aufgaben können ohne Druck und Stress gelöst werden – auch ohne Worte, nur durch Bewegung.

Leben und lernen

Veröffentlicht am 6. Mai 2013
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Die Ausrichtung der österreichischen Bildungspolitik, die Menschen in ihrem Entwicklungs- und Bildungsprozess zu fördern, zu unterstützen und zur Selbstverantwortlichkeit zu führen ist eine grundsätzlich wichtige Überlegung.

Bildung zieht Kreise

Die Gehirnforschung belegt eindeutig, dass wir durch Lernen unser Gehirn bis ins hohe Alter aktiv halten und selbstverantwortliches Handeln im engen Zusammenhang mit der Möglichkeit zur Bildung steht.
Wenn es jedoch durch die Strategie des lebensbegleitenden Lernens zu einer Überbetonung der Bildung, speziell im Hinblick auf  „Weiterentwicklung“ – das „Werden“ kommt, dann ist diese Ausrichtung zu einseitig. Es wird wieder zu einer Gegenbewegung kommen, die mehr das  „Sein“ als Schwerpunkt sieht.
Wir leben in einem Spannungsfeld der Polarität. Auf der einen Seite das „Sein“ auf der anderen Seite das „Werden“. Wir bewegen uns innerhalb dieses Feldes und die  „Mitte“ ist der ausgeglichene Zustand.
Meine Meinung ist, dass Bildung / lebensbegleitendes Lernen eine Verknüpfung zwischen dem „Sein“ und dem „Werden“ ermöglichen muss. Dieser Verknüpfungsprozess ermöglicht, dass das Wissen dauerhaft in der Persönlichkeit verankert wird.
Sein & Werden
Lebensbegleitendes Lernen bzw. Bildung ist ein natürlicher Prozess und wichtig für uns Menschen. Lernen ist jedoch nur im Rahmen der persönlichen Freiheit möglich und im ganzheitlichen Ansatz, der das Sein und Werden mitsammen verbindet: Bildung als Prozess der Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung.

Basisbildung ist die Vorstufe zum selbstgesteuerten Prozess des lebensbegleitenden Lernens und schafft die Voraussetzungen dafür. Es ist ein Türöffner und Mittler.

Adventure: Basic Numeracy

Veröffentlicht am 30. April 2013
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Matheomatik Arena

Matheomatik Arena

Faszinierende Perspektiven, spannende Beweise und herrliches Wetter: das war das 1. Adventure in Basic Numeracy.
Über die Vermessung des eigenen Körpers wurden Längen und Maße geschult. Mit Körperlängen im Verhältnis zu Gegenständen in der Natur ließ sich auf faszinierende Art und Weise die Höhe eines Hochstandes oder die Anzahl der Raummeter eines Holzstoßes errechnen. Und wie hilfreich dabei ein rechter Winkel ist, war auf einmal sonnenklar. Von den Grundrechenarten bis zur Ellipsen-Formel wurde bewiesen und berechnet. Wie grundlegend dabei die Kommunikation und das Vertrauen sind, erlebten alle in Team-Aufgaben. Die Ergebnisse aus einer wirkungsvollen Zusammenarbeit waren beeindruckend. Lernfortschritte und Selbstwertsteigerung fallen dabei praktisch als Nebenprodukte an.
Alles in allem: eine perfekte Verbindung von Erlebnis-Pädagogik und Outdoor-Mathematik.

Für alle, die es versäumt haben: Im September gibt es den nächsten Workshop!
Mehr dazu unter Adventure Workshops