Leben und lernen

Veröffentlicht am 6. Mai 2013
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Die Ausrichtung der österreichischen Bildungspolitik, die Menschen in ihrem Entwicklungs- und Bildungsprozess zu fördern, zu unterstützen und zur Selbstverantwortlichkeit zu führen ist eine grundsätzlich wichtige Überlegung.

Bildung zieht Kreise

Die Gehirnforschung belegt eindeutig, dass wir durch Lernen unser Gehirn bis ins hohe Alter aktiv halten und selbstverantwortliches Handeln im engen Zusammenhang mit der Möglichkeit zur Bildung steht.
Wenn es jedoch durch die Strategie des lebensbegleitenden Lernens zu einer Überbetonung der Bildung, speziell im Hinblick auf  „Weiterentwicklung“ – das „Werden“ kommt, dann ist diese Ausrichtung zu einseitig. Es wird wieder zu einer Gegenbewegung kommen, die mehr das  „Sein“ als Schwerpunkt sieht.
Wir leben in einem Spannungsfeld der Polarität. Auf der einen Seite das „Sein“ auf der anderen Seite das „Werden“. Wir bewegen uns innerhalb dieses Feldes und die  „Mitte“ ist der ausgeglichene Zustand.
Meine Meinung ist, dass Bildung / lebensbegleitendes Lernen eine Verknüpfung zwischen dem „Sein“ und dem „Werden“ ermöglichen muss. Dieser Verknüpfungsprozess ermöglicht, dass das Wissen dauerhaft in der Persönlichkeit verankert wird.
Sein & Werden
Lebensbegleitendes Lernen bzw. Bildung ist ein natürlicher Prozess und wichtig für uns Menschen. Lernen ist jedoch nur im Rahmen der persönlichen Freiheit möglich und im ganzheitlichen Ansatz, der das Sein und Werden mitsammen verbindet: Bildung als Prozess der Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung.

Basisbildung ist die Vorstufe zum selbstgesteuerten Prozess des lebensbegleitenden Lernens und schafft die Voraussetzungen dafür. Es ist ein Türöffner und Mittler.

Adventure: Basic Numeracy

Veröffentlicht am 30. April 2013
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Matheomatik Arena

Matheomatik Arena

Faszinierende Perspektiven, spannende Beweise und herrliches Wetter: das war das 1. Adventure in Basic Numeracy.
Über die Vermessung des eigenen Körpers wurden Längen und Maße geschult. Mit Körperlängen im Verhältnis zu Gegenständen in der Natur ließ sich auf faszinierende Art und Weise die Höhe eines Hochstandes oder die Anzahl der Raummeter eines Holzstoßes errechnen. Und wie hilfreich dabei ein rechter Winkel ist, war auf einmal sonnenklar. Von den Grundrechenarten bis zur Ellipsen-Formel wurde bewiesen und berechnet. Wie grundlegend dabei die Kommunikation und das Vertrauen sind, erlebten alle in Team-Aufgaben. Die Ergebnisse aus einer wirkungsvollen Zusammenarbeit waren beeindruckend. Lernfortschritte und Selbstwertsteigerung fallen dabei praktisch als Nebenprodukte an.
Alles in allem: eine perfekte Verbindung von Erlebnis-Pädagogik und Outdoor-Mathematik.

Für alle, die es versäumt haben: Im September gibt es den nächsten Workshop!
Mehr dazu unter Adventure Workshops

Basisbildung und Gender?

Veröffentlicht am 17. April 2013
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Genderkompetenz in der Basisbildung? Ist das nicht ein bisschen zu „abgehoben“, zu „hoch“ für uns?
Der Ansicht bin ich nicht, und dabei werde ich auch von Jürgen Budde und Angela Venth unterstützt, die in ihrem Buch „Genderkompetenz für lebenslanges Lernen: Bildungsprozesse geschlechterorientiert gestalten“ (Bertelsmann 2010) schreiben:
„Genderkompetenz ist […] kein „Luxusthema“, sondern eine zentrale Schlüsselkompetenz für das pädagogische Personal bei der Bewältigung sozialer und beruflicher Anforderungen.“ (23)
Die Idee, „zuerst einmal“ lesen und schreiben zu lernen, um sich dann „höheren Themen“ wie politischer Bildung, Partizipation oder eben Gender zu widmen, funktioniert nicht, sondern zeugt meiner Meinung nach vielmehr von einer problematischen Einstellung gegenüber Menschen mit Basisbildungsbedarf.
Der Begriff „Gender“ bezeichnet im weitesten Sinne das soziale Geschlecht eines Menschen, im Gegensatz zum englischen „sex“, dem biologischen Geschlecht. Im Deutschen gibt es keine Termini, die diesen Gegensatz widerspiegeln.
Gender BasicsIn der Definition von Barbara Hey (aus: Mörth, Anita P. / Hey, Barbara (Hg.): „Geschlecht und Didaktik“, Leykam 2010):
„Gender bezieht sich auf historisch und kulturell bedingte Mechanismen und bezeichnet kein Merkmal einer Person, sondern jene kulturelle Konstruktion, die für eine Gesellschaft festlegt, welche Rollen, Verhaltenszuschreibungen, Arbeits- und Handlungsfelder sowie sozialen Chancen mit der jeweiligen Geschlechtszugehörigkeit verbunden sind.“ (Hey 2010: 1)
Dies bedeutet somit, dass „Frau-Sein“ oder „Mann-Sein“ von Kultur zu Kultur unterschiedliche Auswirkungen hat, verschiedene Dinge ermöglicht oder manches, was zum Beispiel in Österreich als „selbstverständlich weiblich“ gilt, in einer anderen Gesellschaft „typisch männlich“ wäre oder keinerlei geschlechtliche Konnotation hätte – ein wichtiger Punkt der Bewusstmachung für Trainerinnen und Trainer, deren Teilnehmende Migrationshintergrund haben! Weiterlesen

Zählen statt Rechnen – Was tun?

Veröffentlicht am 10. April 2013
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Fingerbild

Fingerbild

Rechenproblemen liegen zumeist falsche Vorstellungen und Strategien zugrunde.
Die häufigste Fehlvorstellung besteht darin, Zahlen nicht als Gesamtheiten (als Zusammensetzungen aus anderen Zahlen), als „Wie viel?“, sondern als Rangplätze („der Wievielte?“) zu sehen. Additionen werden daher durch „weiterzählen“ im Kopf, oder mit Zuhilfenahme der Finger gelöst, Subtraktionen durch „zurückzählen“. Dies erfordert ein hohes Maß an Konzentration, birgt die Gefahr in sich, sich um eins zu verzählen und verunmöglicht die Automatisierung einfachster Grundrechnungen.
Zählverbote lösen dieses Problem nicht, da es den Personen nicht möglich ist, die Aufgabe auf andere Art zu lösen. Es muss daher zunächst eine Alternative zum zählenden Rechnen erarbeitet werden.

Der erste entscheidende Schritt besteht im Aufbau eines Zahlverständnisses, nämlich dass mit dem ausgesprochenen Zahlwort alle bis dorthin gezählten Elemente gemeint sind.  Weiterlesen

Yes, you can!

Veröffentlicht am 26. März 2013
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einsiedlerkrebsVor einigen Wochen tauchte eine junge Frau in meiner Kurspause auf. Sie bedankte sich im Namen ihrer Mutter  in astreinem Deutsch dafür, dass das, was für die Mutter – und übrigens auch für die ganze Familie – unmachbar erschien, doch funktioniert hat: Nasimeh  kann schreiben und ihr Deutsch wird immer besser. Nasimehs Tochter erzählte mir, wie glücklich ihre Mutter darüber sei, denn sie selbst hätte schon gar nicht mehr daran geglaubt, dass es irgendwann mit dem Schreiben klappen könnte. Solche – auch für TrainerInnen – wunderschönen Erlebnisse und die Reflexionen meiner Praxis machen mir immer bewusster, welche zentrale Rolle der Glaube an die LernerIn, die Zuversicht und die Ermutigung während des Lernprozesses spielen.

Die Kategorien „Ermutigung“, „Ermunterung“, „Aufmunterung“ und „Mut“ sind schon sehr lange explizite und implizite Elemente des pädagogischen Denkens, doch scheinen diese Begriffe derzeit eine Renaissance zu erleben. Beschäftigt man sich mit aktuellen Publikationen aus den Bereichen Didaktik, Psychologie, Pädagogik und Neurowissenschaften, so stößt man unweigerlich auf den Begriff Ermutigung. Weiterlesen

Wozu kollegiale Vernetzung und Weiterbildung…

Veröffentlicht am 11. November 2012
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Vernetzung unter TrainerInnen und BeraterInnen, die in der Praxis stehen, ist eine Grundvoraussetzung für qualitativ hochwertige Lehr- und Lernprozesse und Ergebnisse. Wissen kann man sich in einschlägigen Aus- und Weiterbildungen aneignen, zur Praxiskompetenz bedarf es jedoch mehr. Nämlich Austausch, Feedback, Reflexion. Weiterlesen