Social Media Szenario (3)

Veröffentlicht am 11. April 2014
von

VON BUCHSTABEN ZU WÖRTERN

Buchstaben / Silben einfliegen lassen

Eine Präsentation mit einfliegenden Buchstaben oder Wörtern (z. B. Power Point auf facebook oder YouTube, Prezi) ansehen, mitlesen, kommentieren und vielleicht selber machen.

Kurz beschrieben

Im Vordergrund steht das Lesen (phonologisches Recodieren) von Wörtern und Sätzen in digitalen Medien. Aus dem Hintergrund wirken im Idealfall das digitale Design und die Animationen als zusätzliche Motivation.

Prezi (TM)

Satzaufbau als Präsentation auf Prezi™

Läuft so ab
1. Buchstaben am Gummiband fixieren, auseinanderziehen und beim Lesen laut- oder silbenweise locker lassen. Das geht am besten zu zweit.
2. Vorbereitete PowerPoint-Präsentation oder Prezi (s. u. Materialien) mit der Aufforderung ansehen mitzulesen.
3. Die Gruppe den Gummiband-Effekt beider Medien beurteilen lassen.
4. Kleingruppen nach ihren Vorlieben bilden lassen.
5. Wörter oder Sätze festlegen (aufschreiben!), die mit Gummiband oder Präsentationen gebildet werden sollen.
6. Zeit zur Ausarbeitung geben.
7. Präsentieren lassen und Anstrengungen würdigen.

Unterstützt diese Ziele

Laute verbinden und einschleifen, Laut-Buchstaben-Entsprechungen festigen, räumliche Orientierung (Reihenfolge, Lese-/Schreibrichtung), Aufmerksamkeitssteigerung durch Animationen und Online-Kommunikation, Teamfähigkeit: Rollen einhalten und kontrollieren, Gruppenkommunikation (sich einigen, aktiv zuhören), Medienkompetenz: Medieninhalte bewerten, Umsetzungskompetenz, Aktivitätskompetenz. Weiterlesen

Social Media Szenario (2)

Veröffentlicht am 12. März 2014
von

Es ist in der digitalen Kommunikation kaum denkbar, sich zu präsentieren, ohne akzeptabel schreiben zu können“, schreibt Philippe Wampfler am 21.11.2013 in seinem Blog, – und: “Beziehungen werden meist schriftlich angebahnt: Kommentare werden verfasst, Nachrichten ausgetauscht.“ Das ist der brauchbare Nutzen, den die Kursteilnehmenden von der Beschäftigung mit Social Media haben: Sie können an realen Beziehungen virtuell anknüpfen, neue Beziehungen virtuell anbahnen. Das ist gemeinhin das, was wir unter sozialer Teilhabe verstehen. Welche Möglichkeiten der Arbeit mit digitalen Medien in der Alphabetisierung und Basisbildung möglich sind, folgt hier:

VON BUCHSTABEN ZU WÖRTERN

Sprachsteuerung und Sprachausgabe

o Handy
Sprachsteuerung für Google-Suche, Sprachsteuerung für das SMS-Schreiben, Sprachsteuerung für Notiz-Erstellung
o Sprachausgabe am Win7-PC
Standardmäßig ist unter Windows 7 und Windows 8 eine amerikanische Stimme installiert. Diese Stimme kann deutsche Texte nur unverständlich vorlesen. Aus Lizenzgründen bietet Microsoft derzeit keine kostenlose deutsche Stimme zum Download an.
o Vorlesen lassen mit balabolka oder eSpeak
Tipp: Anleitung zur Installation deutscher Stimmen auf Clemi’s Seh-Blick
o Online vorlesen lassen auf naturalreaders.com
o iPad®: Screen Reader
Aktivierung direkt über den Touch Screen: gewünschte Textstelle markieren und „Sprechen“ aus dem Kontextmenü auswählen. Lesegeschwindigkeit ändern und gelesene Wörter hervorheben ist unter Einstellungen – Bedienungshilfen – Auswahl vorlesen möglich.

Kurz beschrieben

Bei der Sprachsteuerung zerlegt der Computer die aufgenommenen Sprechsequenzen in kleine Lauteinheiten. Dann sucht er aus seinem System das passende Schriftbild und zeigt es an. So können z. B. mit handelsüblichen Smartphones Suchwörter in Google eingesprochen, ein SMS diktiert, eine Sprachnotiz aufgenommen werden usw.

GOOGLE Sprachsuche
GOOGLE Sprachsuche

Damit lässt sich lebensnah trainieren und anwenden, was im Anfangsunterricht der Basisbildung gelernt wurde: Laute zu Silben und Wörtern verbinden, um Geschriebenes zu lesen; und umgekehrt: selbst Geschriebenes durch den Computer vorlesen lassen, um zu kontrollieren, ob es wieder in Sprache umgesetzt werden kann.
Geschriebenes kann vom Computer akustisch ausgegeben werden. Dazu sind mittlerweile keine teuren Programme mehr nötig. Mit Standardeinstellungen und Online-Anwendungen ist bereits eine akzeptable Sprachausgabe möglich.
Für den Anfangsunterricht in der Basisbildung lässt sich Sprachausgabe zur Selbstüberprüfung beim Lesen und Schreiben nutzen. Außerdem ermöglicht sie den Lernenden, in den (Hör-)Genuss längerer Texte zu kommen. Weiterlesen

Social Media Szenario (1)

Veröffentlicht am 5. März 2014
von

Bei Schreiben im Social Web denken die Netz-Affinen reflexartig an Posten, Bloggen, Twittern oder Wikis. Doch was bringen die schriftbasierten Kommunikationsinstrumente des „Mitmach-Netzes“ den Leuten, die weder mit Informationen handeln noch sich selbst vermarkten wollen? V.a. dann, wenn sie die schriftsprachlichen Kompetenzen nicht besitzen, die dabei vorausgesetzt werden?
Die Erfahrung zeigt, dass sich Erwachsene am ehesten zum Schreiben motivieren lassen, wenn

  • sie das Gelernte unmittelbar in ihrem Lebensumfeld anwenden können.
  • das Lernziel für sie erreichbar scheint.
  • sie Schreiben für die beste Lösung für die Aufgabenstellung halten.
  • sie Selbstbestätigung oder Anerkennung daraus erfahren.

Die Reihenfolge und Gewichtung dieser Faktoren ist individuell natürlich verschieden, was sich dementsprechend auf die Arbeit in der Gruppe auswirkt. Je besser die Kursleitung diesen Bedürfnissen anfangs entgegenkommen kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Teilnehmenden auf die „Schreibarbeit“ einlassen.

Von Buchstaben zu Wörtern

WÖRTER AUF- UND ABBAUEN

KURZ BESCHRIEBEN

Wortaufbau Name

Wörter werden zur Festigung der Laut-Reihenfolge Laut für Laut (nicht Buchstabe für Buchstabe) aufgebaut:

  • Einigung der Gruppe auf eine Liste von Wörtern
  • Wortliste abarbeiten oder Wortanfänge fortsetzen lassen
  • Reihenfolgen und Rollen
    Reihenfolge der eingebenden Personen festlegen
    Rollen:
    1 Rolle pro Person oder Personen schlüpfen bei Bedarf hinein: Stopp-Rolle (für Korrekturen oder Tempoanpassungen): Korrektur-Rolle, Rollen-Kontrolle, …

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Lesen lernen

Veröffentlicht am 3. September 2013
von

Eine feste Verbindung zwischen Buchstabe und Laut ist eine Grundvoraussetzung für das Lesen lernen. Eine Möglichkeit diese herzustellen besteht in der Verwendung von individuellen Anlauttabellen. Hierfür wird jeder Buchstabe mit dem Bild eines „Lieblingswortes“ das mit dem entsprechenden Laut beginnt verbunden. Sollte das gleichzeitige Merken von Groß- und Kleinbuchstaben eine Überforderung darstellen, ist es sinnvoll sich zunächst nur auf die Kleinbuchstaben zu beschränken, da diese häufiger vorkommen. Für besonders schwer zu merkende Buchstabe-Laut-Verbindungen hat sich der Einsatz von „Assoziationshilfen“ bewährt:

e lefant

e lefant

  • Erleben des Sprechbewegungsablaufes beim Aussprechen des Lautes (beim „e“ etwa, werden die Mundwinkel weit auseinandergezogen)
  • Herstellung einer optischen Verbindung zur Form des Buchstabens (das „e“ passt in Kopf und Rüssel eines Elefanten der nach links sieht)
  • Einsatz von Lautgebärden (Daumen und Zeigefinger werden gespreizt und vor die auseinandergezogenen Mundwinkel gehalten, sie symbolisieren gleichzeitig die Stoßzähne des Elefanten), … Weiterlesen

Ziele in der Basisbildung

Veröffentlicht am 26. August 2013
von

„Cheshire-Puss, […] [w]ould you tell me, please, which way I ought to go from here?“ “That depends a good deal on where you want to get to,” said the Cat. “I don’t much care where -“ said Alice. “Then it doesn’t matter which way you go,” said the Cat.
“- so long as I get somewhere,” Alice added an explanation. “Oh, you’re sure to do that,” said the Cat, “if only you walk long enough.” (Carroll 1865/1998: 56)
ZielscheibeManchmal geht es Lehrenden so, wie die Grinsekatze der sich im Wunderland umherirrenden Alice in ihrem Dialog vorschlägt: Man geht einfach mal irgendwohin los, dann wird man schon auch irgendwo ankommen. Um diese Orientierungslosigkeit zu vermeiden und auch den Lernenden nicht zuzumuten, ist das Konzept der Zielorientierung sinnvoll: Wenn wir alle klare Ziele vor Augen haben, dann können wir uns an ihnen festhalten und werden nicht vom Weg abkommen.
Als Lehrende in Kursen sind wir jedoch nicht alleine unterwegs, sondern gemeinsam mit Lernenden; was also, wenn unsere und ihre Ziele sich nicht decken? Gehen wir dann erst recht verschiedene Wege? Weiterlesen

Blogs Blogs Blogs

Veröffentlicht am 27. Juni 2013
von

NotizWie jedes Jahr organisiert inspire thinking auch 2013 eine Tagung im Themenbereich Basisbildung und Alphabetisierung. Heuer nicht wie gewohnt im Frühjahr, sondern im September. Da der Weltalphabeti-sierungstag dieses Jahr auf einen Sonntag fällt und Tagungen an Sonntagen schwer zu füllen sind, hat man sich auf den 12. September 2013 geeinigt. Beworben werden muss die Veranstaltung natürlich schon jetzt. Vor kurzem wurde einfach:komplex – so der Titel der Tagung – über Facebook verbreitet.

 

Aus purer Neugier

Da man natürlich neugierig ist zu erfahren, wie das Ganze bei den Leuten ankommt, werden die Reaktionen auf die Ankündigung in den nächsten Tagen studiert. Einigen InteressentInnen wird aus purer Neugier nachgegangen. Weiterlesen

Basisbildung und Gender?

Veröffentlicht am 17. April 2013
von

Genderkompetenz in der Basisbildung? Ist das nicht ein bisschen zu „abgehoben“, zu „hoch“ für uns?
Der Ansicht bin ich nicht, und dabei werde ich auch von Jürgen Budde und Angela Venth unterstützt, die in ihrem Buch „Genderkompetenz für lebenslanges Lernen: Bildungsprozesse geschlechterorientiert gestalten“ (Bertelsmann 2010) schreiben:
„Genderkompetenz ist […] kein „Luxusthema“, sondern eine zentrale Schlüsselkompetenz für das pädagogische Personal bei der Bewältigung sozialer und beruflicher Anforderungen.“ (23)
Die Idee, „zuerst einmal“ lesen und schreiben zu lernen, um sich dann „höheren Themen“ wie politischer Bildung, Partizipation oder eben Gender zu widmen, funktioniert nicht, sondern zeugt meiner Meinung nach vielmehr von einer problematischen Einstellung gegenüber Menschen mit Basisbildungsbedarf.
Der Begriff „Gender“ bezeichnet im weitesten Sinne das soziale Geschlecht eines Menschen, im Gegensatz zum englischen „sex“, dem biologischen Geschlecht. Im Deutschen gibt es keine Termini, die diesen Gegensatz widerspiegeln.
Gender BasicsIn der Definition von Barbara Hey (aus: Mörth, Anita P. / Hey, Barbara (Hg.): „Geschlecht und Didaktik“, Leykam 2010):
„Gender bezieht sich auf historisch und kulturell bedingte Mechanismen und bezeichnet kein Merkmal einer Person, sondern jene kulturelle Konstruktion, die für eine Gesellschaft festlegt, welche Rollen, Verhaltenszuschreibungen, Arbeits- und Handlungsfelder sowie sozialen Chancen mit der jeweiligen Geschlechtszugehörigkeit verbunden sind.“ (Hey 2010: 1)
Dies bedeutet somit, dass „Frau-Sein“ oder „Mann-Sein“ von Kultur zu Kultur unterschiedliche Auswirkungen hat, verschiedene Dinge ermöglicht oder manches, was zum Beispiel in Österreich als „selbstverständlich weiblich“ gilt, in einer anderen Gesellschaft „typisch männlich“ wäre oder keinerlei geschlechtliche Konnotation hätte – ein wichtiger Punkt der Bewusstmachung für Trainerinnen und Trainer, deren Teilnehmende Migrationshintergrund haben! Weiterlesen

Zählen statt Rechnen – Was tun?

Veröffentlicht am 10. April 2013
von
Fingerbild

Fingerbild

Rechenproblemen liegen zumeist falsche Vorstellungen und Strategien zugrunde.
Die häufigste Fehlvorstellung besteht darin, Zahlen nicht als Gesamtheiten (als Zusammensetzungen aus anderen Zahlen), als „Wie viel?“, sondern als Rangplätze („der Wievielte?“) zu sehen. Additionen werden daher durch „weiterzählen“ im Kopf, oder mit Zuhilfenahme der Finger gelöst, Subtraktionen durch „zurückzählen“. Dies erfordert ein hohes Maß an Konzentration, birgt die Gefahr in sich, sich um eins zu verzählen und verunmöglicht die Automatisierung einfachster Grundrechnungen.
Zählverbote lösen dieses Problem nicht, da es den Personen nicht möglich ist, die Aufgabe auf andere Art zu lösen. Es muss daher zunächst eine Alternative zum zählenden Rechnen erarbeitet werden.

Der erste entscheidende Schritt besteht im Aufbau eines Zahlverständnisses, nämlich dass mit dem ausgesprochenen Zahlwort alle bis dorthin gezählten Elemente gemeint sind.  Weiterlesen

Yes, you can!

Veröffentlicht am 26. März 2013
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einsiedlerkrebsVor einigen Wochen tauchte eine junge Frau in meiner Kurspause auf. Sie bedankte sich im Namen ihrer Mutter  in astreinem Deutsch dafür, dass das, was für die Mutter – und übrigens auch für die ganze Familie – unmachbar erschien, doch funktioniert hat: Nasimeh  kann schreiben und ihr Deutsch wird immer besser. Nasimehs Tochter erzählte mir, wie glücklich ihre Mutter darüber sei, denn sie selbst hätte schon gar nicht mehr daran geglaubt, dass es irgendwann mit dem Schreiben klappen könnte. Solche – auch für TrainerInnen – wunderschönen Erlebnisse und die Reflexionen meiner Praxis machen mir immer bewusster, welche zentrale Rolle der Glaube an die LernerIn, die Zuversicht und die Ermutigung während des Lernprozesses spielen.

Die Kategorien „Ermutigung“, „Ermunterung“, „Aufmunterung“ und „Mut“ sind schon sehr lange explizite und implizite Elemente des pädagogischen Denkens, doch scheinen diese Begriffe derzeit eine Renaissance zu erleben. Beschäftigt man sich mit aktuellen Publikationen aus den Bereichen Didaktik, Psychologie, Pädagogik und Neurowissenschaften, so stößt man unweigerlich auf den Begriff Ermutigung. Weiterlesen

Die Uhrzeit – Ein Rätsel?

Veröffentlicht am 18. März 2013
von

Uhr kleinWie beim Lesen, Schreiben und Rechnen wird von der Gesellschaft vorausgesetzt, dass alle die Uhr können. Jene, die sie beherrschen, sind der Ansicht, dass das Ablesen der Uhrzeit und somit auch das Erlernen dieser nicht schwer ist bzw. nicht schwer sein kann. Wer sie nicht beherrscht, muss dumm sein („lernt man doch schon als Kind“). Aus Angst und Scham versuchen Betroffene deshalb vor den anderen zu verheimlichen, dass sie die Uhr nicht kennen.
Will ich erkennen, welche Voraussetzungen für den sicheren Umgang mit der analogen Uhr bereits vorhanden sind und welche es noch zu entwickeln gilt, ist es hilfreich zu wissen, worauf es in diesem Lernbereich ankommt.

Was ist ein Tag? Wie lange dauert ein Tag? Wann beginnt und wann endet ein Tag? Wie kann Zeit gemessen werden? Was zeigt das Zifferblatt einer Uhr?

Wo (Stundenzahlen, Striche) und womit (Stundenzeiger, Minutenzeiger) werden welche Einheiten (Stunden, Minuten) jeweils gezählt bzw. gemessen? Wieso hat die Stunde 60 Minuten? Wie lange dauert eine Sekunde, eine Minute bzw. eine Stunde?
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