“Bewegt” Lernen

Veröffentlicht am 18. Mai 2013
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Inspiriert vom Workshop „Basic Numeracy“ habe ich in meine Kurse, in den seither vergangenen Wochen, mehr Bewegung hineingebracht. Und ich konnte schöne Erfolge beobachten, die ich nun sehr gerne mit Euch teilen möchte: Mehr Motivation, mehr Begeisterung, mehr Ehrgeiz und mehr Freude aber vor allem Spaß am Lernen und am Begreifen.
Es ist erstaunlich wie alleine schon ein Aufstehen und zwischen einer Landkarte hin- und herlaufen und eine gleichzeitige Textproduktion oder ein Mathematik-Brettspiel, bei dem man lediglich Spielfiguren oder einen Cursor bewegt neue Dynamik ins Lernen bringt. Durch spielerisches, bewegtes Lernen wird vieles leichter und es entfallen sogar Sprachbarrieren – wie ich vergangene Woche eindrucksvoll bei einer jungen Kursteilnehmerin mit rumänischer Muttersprache beobachten konnte. Allein die Tatsache, dass sie einfach die Spielfiguren auf die richtigen Ergebnisfelder des Matheomatik-Kreises positionieren musste, hat ein Lächeln auf das Gesicht des jungen Mädchens gezaubert. In der Schule kämpft sie mit Mathematik. Sie ist nervös und oft fallen ihr die richtigen Ergebnisse nur in rumänischer Sprache ein. Zögerliches Antworten wird im Unterricht, wo großer Leistungsdruck herrscht, schon oft als ein Nichtwissen gewertet. Das stresst ungemein. Im spielerischen Umfeld der Basisbildung hat sie Spaß am Rechnen. Die Aufgaben können ohne Druck und Stress gelöst werden – auch ohne Worte, nur durch Bewegung.

Yes, you can!

Veröffentlicht am 26. März 2013
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einsiedlerkrebsVor einigen Wochen tauchte eine junge Frau in meiner Kurspause auf. Sie bedankte sich im Namen ihrer Mutter  in astreinem Deutsch dafür, dass das, was für die Mutter – und übrigens auch für die ganze Familie – unmachbar erschien, doch funktioniert hat: Nasimeh  kann schreiben und ihr Deutsch wird immer besser. Nasimehs Tochter erzählte mir, wie glücklich ihre Mutter darüber sei, denn sie selbst hätte schon gar nicht mehr daran geglaubt, dass es irgendwann mit dem Schreiben klappen könnte. Solche – auch für TrainerInnen – wunderschönen Erlebnisse und die Reflexionen meiner Praxis machen mir immer bewusster, welche zentrale Rolle der Glaube an die LernerIn, die Zuversicht und die Ermutigung während des Lernprozesses spielen.

Die Kategorien „Ermutigung“, „Ermunterung“, „Aufmunterung“ und „Mut“ sind schon sehr lange explizite und implizite Elemente des pädagogischen Denkens, doch scheinen diese Begriffe derzeit eine Renaissance zu erleben. Beschäftigt man sich mit aktuellen Publikationen aus den Bereichen Didaktik, Psychologie, Pädagogik und Neurowissenschaften, so stößt man unweigerlich auf den Begriff Ermutigung. Weiterlesen