Christa Sieder

Über Christa Sieder

Christa Sieder studierte Anglistik und Germanistik und ist seit April 2011 Lernbegleiterin der BHW Basisbildung NÖ. Sie ist akademische Basisbildungs- und Alphabetisierungspädagogin, Profilpass-Beraterin, Lernprozessmoderatorin und zertifizierte Erwachsenenbildnerin.

Kompetenzen sichtbar machen – Methoden im Lernarrangement

Veröffentlicht am 5. Dezember 2013
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„Lernen macht Flügel” – so heißt der Kurs der BHW Basisbildung Niederösterreich, der soeben zum mittlerweile vierten Mal erfolgreich stattgefunden hat. Zehn Frauen, die keinerlei Computerkenntnisse haben und als sogenannte „Bildungsferne” auch wenig Erfahrung im formalen Lernen mit sich bringen, erwerben innerhalb von drei Monaten in zwanzig Kurswochenstunden PC-Kenntnisse und werden sich über ihre Kompetenzen klarer.
Stärken, Fähigkeiten, Kompetenzen – diese Schlagworte klingen toll und wichtig, aber wie können die Teilnehmerinnen darüber nicht nur hören, sondern ihre eigenen positiven Eigenschaften für sich erfahr- und nutzbar machen?
Das Lernarrangement bietet dafür verschiedene Methoden an; die wichtigsten möchte ich hier anführen: Weiterlesen

Ziele in der Basisbildung

Veröffentlicht am 26. August 2013
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„Cheshire-Puss, […] [w]ould you tell me, please, which way I ought to go from here?“ “That depends a good deal on where you want to get to,” said the Cat. “I don’t much care where -“ said Alice. “Then it doesn’t matter which way you go,” said the Cat.
“- so long as I get somewhere,” Alice added an explanation. “Oh, you’re sure to do that,” said the Cat, “if only you walk long enough.” (Carroll 1865/1998: 56)
ZielscheibeManchmal geht es Lehrenden so, wie die Grinsekatze der sich im Wunderland umherirrenden Alice in ihrem Dialog vorschlägt: Man geht einfach mal irgendwohin los, dann wird man schon auch irgendwo ankommen. Um diese Orientierungslosigkeit zu vermeiden und auch den Lernenden nicht zuzumuten, ist das Konzept der Zielorientierung sinnvoll: Wenn wir alle klare Ziele vor Augen haben, dann können wir uns an ihnen festhalten und werden nicht vom Weg abkommen.
Als Lehrende in Kursen sind wir jedoch nicht alleine unterwegs, sondern gemeinsam mit Lernenden; was also, wenn unsere und ihre Ziele sich nicht decken? Gehen wir dann erst recht verschiedene Wege? Weiterlesen

Basisbildung und Gender?

Veröffentlicht am 17. April 2013
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Genderkompetenz in der Basisbildung? Ist das nicht ein bisschen zu „abgehoben“, zu „hoch“ für uns?
Der Ansicht bin ich nicht, und dabei werde ich auch von Jürgen Budde und Angela Venth unterstützt, die in ihrem Buch „Genderkompetenz für lebenslanges Lernen: Bildungsprozesse geschlechterorientiert gestalten“ (Bertelsmann 2010) schreiben:
„Genderkompetenz ist […] kein „Luxusthema“, sondern eine zentrale Schlüsselkompetenz für das pädagogische Personal bei der Bewältigung sozialer und beruflicher Anforderungen.“ (23)
Die Idee, „zuerst einmal“ lesen und schreiben zu lernen, um sich dann „höheren Themen“ wie politischer Bildung, Partizipation oder eben Gender zu widmen, funktioniert nicht, sondern zeugt meiner Meinung nach vielmehr von einer problematischen Einstellung gegenüber Menschen mit Basisbildungsbedarf.
Der Begriff „Gender“ bezeichnet im weitesten Sinne das soziale Geschlecht eines Menschen, im Gegensatz zum englischen „sex“, dem biologischen Geschlecht. Im Deutschen gibt es keine Termini, die diesen Gegensatz widerspiegeln.
Gender BasicsIn der Definition von Barbara Hey (aus: Mörth, Anita P. / Hey, Barbara (Hg.): „Geschlecht und Didaktik“, Leykam 2010):
„Gender bezieht sich auf historisch und kulturell bedingte Mechanismen und bezeichnet kein Merkmal einer Person, sondern jene kulturelle Konstruktion, die für eine Gesellschaft festlegt, welche Rollen, Verhaltenszuschreibungen, Arbeits- und Handlungsfelder sowie sozialen Chancen mit der jeweiligen Geschlechtszugehörigkeit verbunden sind.“ (Hey 2010: 1)
Dies bedeutet somit, dass „Frau-Sein“ oder „Mann-Sein“ von Kultur zu Kultur unterschiedliche Auswirkungen hat, verschiedene Dinge ermöglicht oder manches, was zum Beispiel in Österreich als „selbstverständlich weiblich“ gilt, in einer anderen Gesellschaft „typisch männlich“ wäre oder keinerlei geschlechtliche Konnotation hätte – ein wichtiger Punkt der Bewusstmachung für Trainerinnen und Trainer, deren Teilnehmende Migrationshintergrund haben! Weiterlesen