Ulrike Mann

Über Ulrike Mann

Ulrike Mann hat die Pädak (VS-Pädagogik) absolviert und anschließend Psychologie studiert. Als Legasthenie- und Dyskalkulie-Trainerin arbeitet sie momentan in einer psychologischen Praxis und in der Basisbildung NÖ. Arbeitsschwerpunkte: Kompetenz-Portfolio, Dyskalkulie, Legasthenie.

1×1

Veröffentlicht am 27. Februar 2014
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Schwierigkeiten beim Automatisieren von Malaufgaben liegen am Fehlen oder noch nicht hinreichend abgesicherten mathematischen Voraussetzungen.

Grundvoraussetzungen
Eine ganz wesentliche Grundvoraussetzung für das Erlernen des Einmaleins stellt neben der sicheren Unterscheidung von Zehnern und Einern das sichere Beherrschen des Kopfrechnens im Zahlenraum 100 dar. Zehnerüber- und Zehnerunterschreitun-gen (z.B. 56+8; 35-7), das Abziehen einer einstelligen Zahl von einer reinen Zehnerzahl (90-9, 80-8, 70-7, …), das Doppelte von 2, 3, 4, … sowie die Hälfte von 20, 30, 40, 50, … müssen sicher beherrscht werden.
Operationsverständnis: Was bedeutet „4 ∙ 3“ überhaupt? Auf meine Aufforderung „4 ∙ 3“ Stifte auf den Tisch zu legen bietet sich mir oft folgendes Bild.

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Erst die Aufforderung „Geh bitte 4-mal zur Schachtel mit den Stiften und bring mir jedes Mal 3 Stifte mit“, führt zur richtigen Darstellung („3 + 3 + 3 + 3“).

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Auf Grundlage des sicheren Beherrschens des Kopfrechnens im Zahlenraum 100 (s. o.) und des Operationsverständnisses von „mal“ erfolgt der systematische Aufbau der Malreihen.
Ausgehend von drei „Grundaufgaben“ werden die übrigen Aufgaben abgeleitet. Weiterlesen

Lesen lernen

Veröffentlicht am 3. September 2013
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Eine feste Verbindung zwischen Buchstabe und Laut ist eine Grundvoraussetzung für das Lesen lernen. Eine Möglichkeit diese herzustellen besteht in der Verwendung von individuellen Anlauttabellen. Hierfür wird jeder Buchstabe mit dem Bild eines „Lieblingswortes“ das mit dem entsprechenden Laut beginnt verbunden. Sollte das gleichzeitige Merken von Groß- und Kleinbuchstaben eine Überforderung darstellen, ist es sinnvoll sich zunächst nur auf die Kleinbuchstaben zu beschränken, da diese häufiger vorkommen. Für besonders schwer zu merkende Buchstabe-Laut-Verbindungen hat sich der Einsatz von „Assoziationshilfen“ bewährt:

e lefant

e lefant

  • Erleben des Sprechbewegungsablaufes beim Aussprechen des Lautes (beim „e“ etwa, werden die Mundwinkel weit auseinandergezogen)
  • Herstellung einer optischen Verbindung zur Form des Buchstabens (das „e“ passt in Kopf und Rüssel eines Elefanten der nach links sieht)
  • Einsatz von Lautgebärden (Daumen und Zeigefinger werden gespreizt und vor die auseinandergezogenen Mundwinkel gehalten, sie symbolisieren gleichzeitig die Stoßzähne des Elefanten), … Weiterlesen

Zählen statt Rechnen – Was tun?

Veröffentlicht am 10. April 2013
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Fingerbild

Fingerbild

Rechenproblemen liegen zumeist falsche Vorstellungen und Strategien zugrunde.
Die häufigste Fehlvorstellung besteht darin, Zahlen nicht als Gesamtheiten (als Zusammensetzungen aus anderen Zahlen), als „Wie viel?“, sondern als Rangplätze („der Wievielte?“) zu sehen. Additionen werden daher durch „weiterzählen“ im Kopf, oder mit Zuhilfenahme der Finger gelöst, Subtraktionen durch „zurückzählen“. Dies erfordert ein hohes Maß an Konzentration, birgt die Gefahr in sich, sich um eins zu verzählen und verunmöglicht die Automatisierung einfachster Grundrechnungen.
Zählverbote lösen dieses Problem nicht, da es den Personen nicht möglich ist, die Aufgabe auf andere Art zu lösen. Es muss daher zunächst eine Alternative zum zählenden Rechnen erarbeitet werden.

Der erste entscheidende Schritt besteht im Aufbau eines Zahlverständnisses, nämlich dass mit dem ausgesprochenen Zahlwort alle bis dorthin gezählten Elemente gemeint sind.  Weiterlesen