Social Media Szenario (1)

Bei Schreiben im Social Web denken die Netz-Affinen reflexartig an Posten, Bloggen, Twittern oder Wikis. Doch was bringen die schriftbasierten Kommunikationsinstrumente des „Mitmach-Netzes“ den Leuten, die weder mit Informationen handeln noch sich selbst vermarkten wollen? V.a. dann, wenn sie die schriftsprachlichen Kompetenzen nicht besitzen, die dabei vorausgesetzt werden?
Die Erfahrung zeigt, dass sich Erwachsene am ehesten zum Schreiben motivieren lassen, wenn

  • sie das Gelernte unmittelbar in ihrem Lebensumfeld anwenden können.
  • das Lernziel für sie erreichbar scheint.
  • sie Schreiben für die beste Lösung für die Aufgabenstellung halten.
  • sie Selbstbestätigung oder Anerkennung daraus erfahren.

Die Reihenfolge und Gewichtung dieser Faktoren ist individuell natürlich verschieden, was sich dementsprechend auf die Arbeit in der Gruppe auswirkt. Je besser die Kursleitung diesen Bedürfnissen anfangs entgegenkommen kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Teilnehmenden auf die „Schreibarbeit“ einlassen.

Von Buchstaben zu Wörtern

WÖRTER AUF- UND ABBAUEN

KURZ BESCHRIEBEN

Wortaufbau Name

Wörter werden zur Festigung der Laut-Reihenfolge Laut für Laut (nicht Buchstabe für Buchstabe) aufgebaut:

  • Einigung der Gruppe auf eine Liste von Wörtern
  • Wortliste abarbeiten oder Wortanfänge fortsetzen lassen
  • Reihenfolgen und Rollen
    Reihenfolge der eingebenden Personen festlegen
    Rollen:
    1 Rolle pro Person oder Personen schlüpfen bei Bedarf hinein: Stopp-Rolle (für Korrekturen oder Tempoanpassungen): Korrektur-Rolle, Rollen-Kontrolle, …

Wortaufbau Hauptwort

Wortaufbau Hauptwort

 

  • Bedienung mit learning-over-the-shoulder (Tastatur, SMS) sichern: Gruppe startet beim 1. eingabebereiten Gerät und sieht einer kompetenten Person bei der Eingabe zu. Dann setzt sich eine freiwillige Person zum Gerät und gibt ein. Die anderen sehen zu oder gehen weiter zum nächsten Gerät – evtl. noch einmal vorzeigen und bei der Eingabe unterstützen – so lange bis alle einen Eingabeplatz haben.
  • Buchstaben / Silben der festgelegten Reihenfolge nach eingeben (und versenden) lassen. Voraussetzung ist das Lesen oder Erinnern des Modellwortes und das Wie-derholen und Fortsetzen des bereits Geschriebenen. Diese beiden Aufgaben können auch auf 2 Rollen verteilt werden: 1 Person lautiert / diktiert, 1 Person tippt.
  • Variante:
    Diktat erfolgt taktil: mit dem Finger auf den Rücken schreiben
  • Auf die Einhaltung der Reihenfolgen und Rollen achten (lassen).
  • Die produzierten Wörter mit der Wortliste vergleichen, evtl. verbessern. Das Ergebnis würdigen, Gelungenes hervorheben.
  • Die gesamte Arbeit für jede Person ausdrucken / abfotografieren / abfilmen oder auf andere Art und Weise dokumentieren. Das ist unbedingt notwendig für die wertschätzende Betrachtung der Arbeit am Ende der Einheit und zur Fortsetzung in der darauffolgenden Einheit.

Zur Unterstützung der Einteilung in Sprechsilben kann mit Fortgeschritteneren auch Silbe für Silbe auf- und abgebaut werden.
Der Abbau empfiehlt sich nur, wenn die Leserichtung bereits gefestigt ist und keine Probleme in der räumlichen Orientierung zu erwarten sind.

Braucht diese Vorbereitung / Materialien

  • PCs oder Handys – am besten in Gruppenstärke – falls nicht in Gruppenstärke verfügbar: Gruppen vor Geräten bilden, Rollen festlegen, mehrere Übungsdurchgänge mit vertauschten Rollen
  • Handy: Vertraulichkeit der TN-Nummern sicherstellen, Gratis-SMS auf TN-Handys möglich? Ggf. Handy zur Verfügung stellen, Telefon-Nummer im Paar / in der Gruppe weitergeben
  • automatische Tastensperre ausschalten (unter „Einstellungen“), Beleuchtungszeit hochsetzen (unter „Einstellungen“)
  • PC: Internetseite mit Pad (edupad, piratenpad) eingabebereit zur Verfügung stellen
  • Optimal: Ladegeräte bereithalten
  • Lernwortschatz / Wortliste
  • Die Liste der einzugebenden Wörter muss zur Verfügung stehen: als Kopie, Flipchart-/Tafel-Anschrieb, projiziert o.ä.
  • Überlegungen bzw. Übungen zur Niveau-Änderung
    Aufgaben gedanklich oder schriftlich vorbereiten, die vor- oder nachgeschoben werden können.
  • Analoge Materialien bereithalten
  • Im Fall eines Strom- oder Netzausfalls sollte Material zur Weiterarbeit bereitstehen: Moderationskarten, Pinnwände, Flipchart, Moosgummi-Buchstaben, Plakatschreiber, Beispiel-Lösungen ausdrucken u. ä.

Tipps dazu

  • Den Lebens- oder Lernziel-Bezug herzustellen, mindert die Skepsis von Lernenden, die sich weniger für Spielerisches oder Analytisches begeistern. Daher sollten die Wörter von den Lernenden selbst ausgewählt werden: Namen aus dem persönlichen Umfeld, Wörter aus dem Lernwortschatz, neue / schwierige / nützliche Wörter, …
  • Die Übung selbst ist ein „Training“ bzw. eine Vertiefung und sollte auch als solche angeboten werden. Der didaktische Mehrwert sind Kenntnisse in der Handy- oder PC-Bedienung und Aufbau von Teamkommunikation.
  • Bei großen Unterschieden im Lernniveau zwischen den Lernenden empfiehlt sich eine differenziertere Rollenaufteilung: Eingabe-, Kontroll- und Unterstützungsrollen auf verschiedene Personen aufteilen. So gerät der didaktische Mehrwert nicht zur Lernziel-Überforderung.

    Time Slider piratenpad

    Time Slider piratenpad

  • Sollte der Text versehentlich gelöscht werden, kann jede beliebige Version mit der Funktion „Time Slider“ wieder hergestellt werden: einfach Time Slider anklicken, an gewünschter Stelle anhalten und angezeigte Textversion mit „copy & paste“ = „kopieren & einfügen“ wieder in das Pad kopieren.

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