Lesen lernen

Eine feste Verbindung zwischen Buchstabe und Laut ist eine Grundvoraussetzung für das Lesen lernen. Eine Möglichkeit diese herzustellen besteht in der Verwendung von individuellen Anlauttabellen. Hierfür wird jeder Buchstabe mit dem Bild eines „Lieblingswortes“ das mit dem entsprechenden Laut beginnt verbunden. Sollte das gleichzeitige Merken von Groß- und Kleinbuchstaben eine Überforderung darstellen, ist es sinnvoll sich zunächst nur auf die Kleinbuchstaben zu beschränken, da diese häufiger vorkommen. Für besonders schwer zu merkende Buchstabe-Laut-Verbindungen hat sich der Einsatz von „Assoziationshilfen“ bewährt:

e lefant

e lefant

  • Erleben des Sprechbewegungsablaufes beim Aussprechen des Lautes (beim „e“ etwa, werden die Mundwinkel weit auseinandergezogen)
  • Herstellung einer optischen Verbindung zur Form des Buchstabens (das „e“ passt in Kopf und Rüssel eines Elefanten der nach links sieht)
  • Einsatz von Lautgebärden (Daumen und Zeigefinger werden gespreizt und vor die auseinandergezogenen Mundwinkel gehalten, sie symbolisieren gleichzeitig die Stoßzähne des Elefanten), …
m (Lautgebärde)

m (Lautgebärde)

Den Laut „m“, kennen wir als Ausdruck des Wohlbefindens. Die Lippen sind geschlossen, es „brummt“ im geschlossenen Mund (kinästhetische Wahrnehmung der Stellung unserer „Sprechwerkzeuge“ – Zunge, Lippen, Zähne, Gaumen). Um eine Verbindung zur Form des Buchstabens „m“ herzustellen, legen wir Zeige-, Mittel- und Ringfinger auf die Lippen (Lautgebärde). Die drei Finger symbolisieren die drei senkrechten Striche die der Buchstabe „m“ enthält (optischer Zusammenhang zur Form des Buchstabens wird hergestellt).

Beim „n“ ist der Mund leicht geöffnet, die Zungenspitze liegt an der oberen Schneidezahnreihe, es „brummt“ in der Nase. Ich deute mit Zeige- und Mittelfinger auf die Nase (zwei Nasenlöcher, zwei Finger, zwei senkrechte Striche beim „n“).

n (Lautgebärde)

n (Lautgebärde)

Diese Hilfen erleichtern auch das „Heraushören“ von Lauten aus Wörtern. Anfangs- und Endlaute sind grundsätzlich leichter zu identifizieren, ebenso lang gesprochene Vokale und Dauerkonsonanten wie m, s, l, n, … (im Gegensatz zu t, b, k, …). Die Durchgliederung von Wörtern in Silben erleichtert die Lokalisierung und Identifizierung der Laute im Wortinneren.

Um das Prinzip der Lesesynthese spür- und erlebbar zu machen, wählen die TN aus einer Sammlung von Bildern lauttreuer Wörter eines, das sie noch nie zuvor geschrieben haben. Das Wort wird von den TN in Silben gegliedert (Me-lo-ne) und anschließend Silbe für Silbe auf ihre Laute hin analysiert. Die identifizierten Laute werden in Buchstaben übersetzt und in der entsprechenden Reihenfolge, z.B. mit Magnetbuchstaben, gelegt. Anschließend lesen die TN das Wort Silbe für Silbe, um zu überprüfen, ob auch wirklich alle Laute in Buchstaben übersetzt wurden.

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