Dranbleiben und sich (auch) um sich selbst kümmern: Kompetenzentwicklung einmal anders

Bild1„Die Anforderungen an die Trainerinnen in der Basisbildung haben sich massiv erhöht, die freien Dienstverträge sind nach wie vor befristet, der Stundenlohn mäßig. Für mich sind auf Grund von Betreuungspflichten diese Kurse trotzdem eine Option, bieten sie doch eine anspruchsvolle und auch gesellschaftlich relevante Tätigkeit; leisten kann ich mir meinen Beruf allerdings nur auf Grund des Gehalts meines Ehemannes, was meine feministische Seele doch einigermaßen schmerzt. An Pensionszeiten darf ich da gar nicht denken! Schlimm ist die Situation jedoch für Kolleginnen, die von ihrer Arbeit tatsächlich leben müssen (…)“

So oder ähnlich schildern Alphabetisierungs- und BasisbildungstrainerInnen für MigrantInnen häufig ihre Arbeitssituation.  Eine Befragung im Netzwerk MIKA bestätigte, dass in diesem Berufsfeld überwiegend hoch ausgebildete Frauen in prekären Arbeitsverhältnissen tätig sind, die einen inhaltlich anspruchsvollen Job machen. Der damit verbundene Druck wirkt in Richtung Qualitätsverlust, und für die Einzelne kann es durchaus schwierig werden, die nötige Motivation, Kreativität und Offenheit für die Lernenden nicht zu verlieren. mika_logo_end_300dpi

Im TrainerInnenmonitoring des Netzwerks MIKA haben wir BasisbildnerInnen unter anderem gefragt, welche Wege (Haltungen, Ressourcen…) sie ganz persönlich gefunden haben, um gut für ihr Wohlbefinden und ihre Motivation in der Arbeit zu sorgen. Die gesammelten Tipps von und für TrainerInnen haben wir in einem kleinen Booklet mit dem Titel “Gerne Trainerin sein und bleiben” veröffentlicht.

Die Rede ist darin z.B. von bewusster Selbstfürsorge im Unterricht, dem Abgeben von Verantwortung, dem Genießen von Anerkennung, der gegenseitigen Stärkung im Austausch usw. – lauter Fähigkeiten, die unter spezifischen Arbeitsbedingungen erworben werden und zweifellos die Professionalität von Unterrichtenden (mit) ausmachen.

Auch das kann man mit “Kompetenzentwicklung in der Basisbildung” meinen: Trainerin_RF
dass sich TrainerInnen bewusst in ihren persönlichen Fähigkeiten stärken, die ihnen eine gute dauerhafte Berufsausübung ermöglichen. Ich wünsche mir einen intensiveren, qualifizierten Diskurs dazu (der nicht zur Anleitung für die Selbstausbeutung gerät).
Was meinen Sie dazu?

 

 

2 Gedanken zu “Dranbleiben und sich (auch) um sich selbst kümmern: Kompetenzentwicklung einmal anders

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