Wozu kollegiale Vernetzung und Weiterbildung…

Vernetzung unter TrainerInnen und BeraterInnen, die in der Praxis stehen, ist eine Grundvoraussetzung für qualitativ hochwertige Lehr- und Lernprozesse und Ergebnisse. Wissen kann man sich in einschlägigen Aus- und Weiterbildungen aneignen, zur Praxiskompetenz bedarf es jedoch mehr. Nämlich Austausch, Feedback, Reflexion.„In Österreich, Deutschland, den Niederlanden und auch in anderen europäischen Nachbarländern wurden in den vergangenen Jahren wissenschaftlich fundierte Fortbildungsangebote für Lehrende in der Alphabetisierung und Basisbildung entwickelt und erprobt. Umfragen unter Kursleitenden und Evaluationen (Korfkamp 2005; v. Rosenstiel, 2010) belegen zugleich Defizit und Nachfrage nach selbstgesteuerter, non-formaler Professionalisierung der Lehrenden.“
Oftmals fehlende Praxisnähe einschlägiger Ausbildungen wurde nicht nur durch Umfragen im benachbarten Deutschland aufgezeigt, wie Frank Drecoll, langjähriger Mitarbeiter im deutschen Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V., anführt, sondern kann auch für Österreich geltend gemacht werden (Stoppacher 2009).

Gleichzeitig wird jedoch auf die positiv bewertete Möglichkeit, sich mit KollegInnen und ExpertInnen im Zuge einer Aus- und Weiterbildung zu vernetzen, hingewiesen. Ein Ergebnis, das auch durch die Evaluierung der 2008 bis 2010 von In.Bewegung jährlich durchgeführten TrainerInnentreffen bestätigt wird:

„Die Vernetzung und der Austausch erweitern den Horizont. Sie bieten mir die Möglichkeit andere TrainerInnen und neue Methoden kennen zu lernen bzw. die eigene Arbeit im und über den Austausch mit KollegInnen zu reflektieren. Ich finde es auch interessant und für meine Arbeit wichtig, einen Überblick über das österreichweite Arbeiten im Bereich Basisbildung zu erhalten.“

Zugegeben, in den letzten zwei bis drei Jahren hat sich einiges getan und Praxisreflexion oder Hospitationen sind fixer Bestandeil von Ausbildungen (z.B.: AlfaZentrum). Was jedoch, wenn ich als TrainerIn (und möglicherweise “EinzelkämpferIn in einem organisatorischem Umfeld, das pädagogischen Austausch nicht fördert) nach Absoliverung der Grundausbildung in der Praxis stehe und Fragen auftauchen?

Im Rahmen des Arbeitsbereiches „Qualitätsentwicklung“ im Netzwerkprojekt In.Bewegung wurde Anfang 2012  in einer kurzen Online Umfrage unter TrainerInnen und BeraterInnen erhoben, ob der organisationsübergreifende Einsatz von Methoden kollegialer Weiterbildung wie Hospitation, Fallbesprechungen oder etwa Peer Learning wünschenswert wäre. Da die Weiterbildungsbereitschaft unter PraktikerInnen generell sehr hoch ist, kamen die durchwegs positiven Ergebnisse dazu nicht überraschend.

Die Krux an der Sache: Als wichtigste Voraussetzung für den Besuch einer Weiterbildung wird die Bezahlung dieser angegeben (Aschemann 2012). Da sich die durch unterschiedliche Fördergeber in Aussicht gestellten Individualförderungen überwiegend auf Kursgebühren beschränken (und keine Fahrt- oder Übernachtungskosten beinhalten), der ein oder andere Arbeitgeber der Meinung ist, TrainerInnen sind EinzelunternehmerInnen und werden lediglich fürs Unterrichten bezahlt, wird die Finanzierung wohl an den Weiterbildungswilligen selbst hängen bleiben.

…und wer soll das bezahlen?

 

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